Vater der Liebe

Das Spiegelprinzip - Kapitel 17 - Abraham und Isaak

veröffentlicht Nov 09, 2023 in Die Liebe Gottes
Übersetzt von Franziska Bunkus, editiert von Jutta Deichsel
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Kapitel 17 - Abraham und Isaak

Der Berg Morija ist der zweithöchste Gipfel auf dem Weg zur Bergspitze von Golgatha. Der Aufstieg in diese Höhen ohne die Werkzeuge in unserem Werkzeugkasten führt zum Erstickungstod. Es ist schwer, sich der Wahrheit zu entziehen, dass unser Glaube als Leser dieser Geschichte geprüft wird, wenn wir sehen, wie Abrahams Glaube im ersten Buch Mose von Gott geprüft wurde.

Mit diesem Gedanken können wir den keuchenden Atem Abrahams in der Stille des frühen Morgens hören, als er mit seinem ahnungslosen Sohn, der pflichtbewusst das Holz für seine eigene Opferung trägt, den Berg hinaufsteigt.  Wir starren verwundert in Abrahams Gesicht und bemerken den Konflikt, der in seinen Gedanken tobt. Er hat so viel durchgemacht, um Isaak, den Erben der Verheißung, zu bekommen, und nun kommt es zu dieser schrecklichen Prüfung. Das Familienprinzip der liebevollen Zuneigung zu Isaak protestiert gegen das Gebot Gottes, seinen geliebten Sohn zu opfern.

Dieser Konflikt zwischen Pflicht und Gnade brach 3500 Jahre später aus, als der große Reformator Martin Luther die Geschichte mit seiner Frau diskutierte. Jetzt waren sie dabei, diesen Gipfel mit Abraham und seinem Sohn zu besteigen. Als Käthe Luther ihrem unerschrockenen Mann zuhörte, wie er die Geschichte erzählte, brach es mit dem ganzen Mitgefühl einer Mutter aus ihr heraus: „Ich glaube das nicht! Gott hätte Seinen Sohn nicht so behandelt!“ Erschüttert, aber nicht abgeschreckt durch den Ausruf seiner Frau, erwiderte Luther: „Aber Käthe, Er hat es getan.“

Und es geschah nach diesen Begebenheiten, da prüfte Gott den Abraham und sprach zu ihm: Abraham!

Und er antwortete: Hier bin ich.

Und Er sprach: Nimm doch deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, Isaak, und geh hin in das Land Morija und bringe ihn dort zum Brandopfer dar auf einem der Berge, den Ich dir nennen werde! (1.Mose 22,1.2 Schlachter)

Die Tatsache, dass Abraham seiner Frau nichts von dem Plan erzählte, lässt befürchten, dass Sarah genauso reagiert hätte wie Käthe Luther. Käthe Luther scheint mehr mit dem Prinzip der familiären Zuneigung und des Mitgefühls in Einklang zu stehen, doch wir dürfen nicht versuchen, das Wort Gottes zu umgehen.

Wenn wir das Evangeliumswerkzeug benutzen und in das Angesicht Jesu schauen, sehen wir keinen Hinweis darauf, dass Jesus überhaupt jemanden geopfert hat. Von diesem Anhaltspunkt aus durchkämmen wir die Heilige Schrift nach Aussagen, die mehr darüber verraten, was Gott über Opfer denkt.

Aus Opfern und Gaben machst Du dir nichts, Brandopfer und Sühneopfer verlangst Du nicht von mir. Aber Du hast mir Ohren gegeben, um auf Dich zu hören! (Psalm 40,7 GN)

Wenn unser himmlischer Vater keine Opfer verlangt, warum verlangte Er dann anscheinend von Abraham, seinen Sohn zu opfern? Und was bedeutet das im Hinblick auf all die Opfervorschriften, die Mose Israel gegeben hat? Hatte Gott von Israel nicht verlangt, all diese Dinge zu tun?

Als Ich eure Vorfahren aus Ägypten herausführte, habe Ich ihnen nicht befohlen, Mir Brand- oder Mahlopfer darzubringen. Aber das habe Ich zu ihnen gesagt: ›Gehorcht Mir und lebt nach den Geboten, die Ich euch gebe. Dann wird es euch gut gehen: Ich will euer Gott sein und ihr sollt Mein Volk sein.‹ (Jeremia 7,22.23 GN)

Wie können wir diesen offensichtlichen Konflikt in Einklang bringen, dass Gott Mose einerseits sagt, welche Opfer und Gaben erforderlich sind, aber andererseits, dass Er das alles nicht gewollt hat? Das alles muss einen Sinn ergeben. Auch die folgende Aussage hat Gott in der Thora gemacht:

Lass keines deiner Kinder für den Götzen Moloch als Opfer verbrennen, denn damit entweihst du Meinen Namen! Ich bin der HERR, dein Gott. (3.Mose 18,21 HFA)

Gott sagt Israel ausdrücklich, dass sie ihre Kinder nicht dem Moloch opfern sollen, weil das Seinen Namen entweihen oder entwürdigen würde. Das hebräische Wort für „Name“ beinhaltet die Bedeutung „Charakter“. Wie kann es sein, dass Gottes Charakter entwürdigt wird, wenn Kinder dem Moloch geopfert werden, Er aber nicht entwürdigt wird, wenn Gott Abraham bittet, seinen Sohn für Ihn als Opfer darzubringen?

Gottes Verbot, dem Moloch Kinder zu opfern, weist darauf hin, dass Kinderopfer zu den religiösen Praktiken der umliegenden heidnischen Religionen gehörten, die Einfluss auf die Israeliten hatten. Diese Religionen spiegeln das fleischliche Bedürfnis wider, die Gottheit durch eine kostbare Gabe zu besänftigen - und nichts ist kostbarer als das eigene Kind, also könnte nichts mehr Macht haben, um zu besänftigen.

Nachdem Adam gesündigt hatte, war er bereit, seiner Frau die Schuld für sein Handeln in die Schuhe zu schieben und sie dafür verantwortlich zu machen. Kinderopfer sind eine Erweiterung dieses Prinzips, die Verantwortung auf jemand anderen zu übertragen, um für die Sünde zu sühnen. Das bringt uns zu dem Werkzeug der Feindschaft. Das natürliche menschliche Herz ist in seinem Hass auf Gott bereit, sich so weit herabzulassen, dass es seine eigenen Kinder opfert und behauptet, Gott habe es gewollt. Das entwürdigt den Namen des Charakters Gottes.

Hat Er Gefallen daran, wenn wir Ihm Tausende von Schafböcken und ganze Ströme von Olivenöl darbringen? Oder sollen wir Ihm sogar unsere ältesten Söhne opfern, um unsere Schuld wiedergutzumachen?« Nein! Der HERR hat euch doch längst gesagt, was gut ist! Er fordert von euch Menschen nur eines: Haltet euch an das Recht, begegnet anderen mit Güte, und lebt in Ehrfurcht vor eurem Gott! (Micha 6,7.8 HFA)

Gott sagt ganz klar, dass das Opfern von Kindern niemals für die Sünden eines Menschen bezahlen kann. Unser geliebter Vater sagt uns sogar, dass Ihm eine solche Idee niemals auch nur in den Sinn gekommen ist:

Sie haben auch einen Altar für den Baal gebaut, um darauf ihre Kinder als Opfer zu verbrennen. Das habe Ich nie befohlen; es ist Mir niemals in den Sinn gekommen, so etwas von ihnen zu verlangen. (Jeremia 19,5 GN)

Wenn Gott niemals Kinderopfer befohlen hat, können wir dann sagen, dass Gottes Befehl an Abraham ein Spiegel ist? Ist es möglich, dass Abraham das hört, was er - seinem eigenen Verständnis und seiner Erziehung entsprechend - für Gottes Willen hält? Da Jesus niemals Kinderopfer dargebracht hat, wie kann es dann möglich sein, dass Gott dies jemals tun würde? Wie Er selbst sagte, kam ein solcher Gedanke Ihm nie in den Sinn. Ist es möglich, dass unser fünftes Werkzeug der Projektion zum Einsatz kommt, wenn wir den Befehl Gottes an Abraham lesen?

Abraham stammte aus Ur in Chaldäa. Das war das Land Babylon, und Kinderopfer waren ein fester Bestandteil dieser Religion. Um dieses tiefsitzende Prinzip in Abraham zu entfernen, musste unser himmlischer Vater es durch unser achtes Werkzeug an die Oberfläche bringen und den Dienst des Todes dazu gebrauchen.

Angesichts der Werkzeuge, die wir bisher angewandt haben, wird deutlich, dass das Prinzip der Kinderopfer dem verdorbenen Herzen des Menschen entspringt - und unser wunderbarer Vater möchte Abraham davon befreien.

Die Sprache, die Gott spricht, ist genau dieselbe wie die, die Christus am Kreuz gesprochen hat: „Mein Gott, Mein Gott, warum hast du Mich verlassen?“

In diesem Fall sagte Gott also zu Abraham, er solle seinen einzigen Sohn nehmen und ... was genau tun?

Beachte die Formulierung „bringe ihn dort zum Brandopfer dar“ in 1. Mose 22,2. Das Wort „darbringen“ hat im Brown, Driver and Briggs Dictionary die folgenden Bedeutungen:

Erheben, hinaufsteigen oder klettern lassen, nach oben gehen lassen, heraufbringen, entgegenbringen, wegnehmen, heraufbringen, heraufziehen, ausbilden, aufsteigen lassen, aufwecken, (geistig) aufwühlen, opfern, heraufbringen (von Gaben), erheben, aufsteigen lassen, opfern - Hiphil-Form von H5927

In diesem Zusammenhang sehen wir, wie die New Literal Translation dieses Wort wiedergibt:

Und Er spricht: „Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, Isaak, und geh für dich in das Land Morija und lass ihn dort hinaufsteigen als ein Brandopfer auf einen der Berge, von denen Ich dir sage.“ (1. Mose 22,2 YLT)

Da sie den Berg Morija besteigen wollten, ist „hinaufsteigen“ eine natürliche Wortwahl für einen solchen Weg. Das Wort für Brandopfer, H5930, hat zwei Bedeutungen. Die erste ist ein Brandopfer und die zweite bedeutet Aufstieg, Treppe oder hinaufgehen. Die Strong's Konkordanz gibt das Wort folgendermaßen wieder.

H5930: Weibliches aktives Partizip von H5927; eine Stufe oder (insgesamt Treppen, wie aufsteigend); gewöhnlich ein Holocaust (wie in Rauch aufsteigend): - Aufstieg, Brandopfer (Opfer), hinaufgehen. Siehe auch H5766.

Schau, wie das Wort für „Brandopfer“ in diesem Vers übersetzt wird:

Eine Treppe von sieben Stufen führte zu ihm hinauf; und seine Vorhalle lag nach der Innenseite zu und hatte Palmenverzierungen an ihren Wandpfeilern sowohl auf dieser wie auf jener Seite. (Hesekiel 40,26 Menge)

Die Möglichkeit, dieses Wort auf unterschiedliche Weise zu übersetzen, hat die Übersetzer zu unterschiedlichen Auffassungen darüber geführt, was die Königin von Saba im Haus Salomos sah.

... und die Speise seines Tisches, und das Sitzen seiner Knechte, und das Aufwarten seiner Diener, und ihre Kleidung und seine Mundschenken, und seinen Aufgang, auf welchem er in das Haus Jahwes hinaufging, da geriet sie außer sich und sprach zu dem König: … (1.Könige 10,5 Elberfelder)

… die Speise auf seinem Tisch und die Wohnung seiner Knechte und das Auftreten seiner Dienerschaft und ihre Kleidung, auch seine Mundschenken und auch die Brandopfer, die er im Haus des HERRN darbrachte, da geriet sie außer sich vor Staunen. (1.Könige 10,5 Schlachter)

Das, was Gott zu Abraham sagte, könnte also so übersetzt werden:

Und Dann sagte Er: „Nimm nun deinen Sohn, deinen einzigen Sohn Isaak, den du liebst, und geh in das Land Morija und steige dort hinauf und gehe hoch auf einen der Berge, den Ich dir nennen werde.“ (1.Mose 22,2)

Gott wusste, dass die Sprache auf zweierlei Weise verstanden werden konnte. Er wusste, dass Abraham den Text entsprechend seines eigenen Verständnisses von Gottes Charakter verstehen würde. Aufgrund dessen, was Abraham daraufhin tat, verstehen die Übersetzer den Text natürlich so, wie Abraham ihn verstand: als Brandopfer.

Abraham hegte lange Zeit den Wunsch, dass Ismael der Sohn sein sollte, der die Verheißungen erben sollte, die Gott Abraham zugesagt hatte. Gott liebte Ismael, aber Abraham zeigte einen Mangel an Glauben, als er sich auf Hagar einließ, um ein Kind außerhalb der ehelichen Beziehung mit Sarah zu zeugen.

Als Abraham Hagar und seinen geliebten Sohn Ismael wegschicken musste, schmerzte ihn das zutiefst. Er erkannte, dass sein eigenes Handeln all diesen Schmerz verursacht hatte und dass sein teurer Sohn Ismael deshalb von ihm getrennt werden musste.

Die Tiefe seines Kummers prüfte seinen Glauben daran, dass Gott ihn dennoch durch Isaak mit einem großen Volk segnen würde. Das und seine verschiedenen Fehltritte im Laufe der Jahre, wie z. B. die Lüge, dass Sarah nicht seine Frau sei, ließen ihn nicht hundertprozentig sicher sein, ob er mit Gott im Reinen war - und deshalb war tief in ihm der Gedanke, dass Gott vielleicht eine Art Besänftigung verlangen würde. In diesem Zusammenhang brachten Gottes Worte in Abraham den verbliebenen Samen des Heidentums zum Vorschein, der noch tief in seiner Seele vergraben war, ohne dass er es wusste.

Abraham kannte das Gebot Gottes, nicht zu töten. Das hätte in ihm einen Konflikt auslösen können zwischen dem, was er aus dem Gesetz verstand, und den ererbten Traditionen der Menschen, die besagten, dass Gott mit Opfern besänftigt werden müsse.

Erstaunlicherweise glaubte Abraham, obwohl er in einem falschen Verständnis agierte, dass Gott seinen Sohn wieder von den Toten auferwecken könnte (Hebräer 11,19). Dieser Sieg des Glaubens half Abraham, Gott bedingungslos zu vertrauen, sogar bis in den Tod.

Schon fasste er nach dem Messer, um seinen Sohn zu schlachten, da rief der Engel des HERRN vom Himmel her: »Abraham! Abraham!«

»Ja?«, erwiderte er,

und der Engel rief: »Halt ein! Tu dem Jungen nichts zuleide! Jetzt weiß Ich, dass du Gott gehorchst. Du warst bereit, Mir sogar deinen einzigen Sohn zu opfern.« (1.Mose 22,10-12 GN)

Der Beweis, dass Gott nicht wollte, dass Abraham seinen Sohn tötet, zeigt sich deutlich in Seinem Befehl, ihn nicht zu opfern. Hätte Gott gewollt, dass Abraham seinen Sohn tötet, hätte Er Isaak problemlos von den Toten auferwecken können. Es wäre eine grausame Täuschung, wenn Gott Abraham prüfen würde, indem Er ihm vorgaukelt, Er wolle, dass Isaak geopfert wird, obwohl das in Wirklichkeit gar nicht der Fall ist. Gott ist kein Mensch, dass Er lüge. Gott prüft Seine Kinder nicht, indem Er sie etwas Falsches glauben lässt und dann sagt: „Du hast die Prüfung bestanden. Gut gemacht!“

Mit dem Werkzeug der familiären Zuneigung erkennen wir, dass Gott eigentlich wollte, dass Abraham mit seinem kostbaren Sohn auf den Berg kommt, damit sie Ihn einfach anbeten und Gemeinschaft mit Ihm haben. Das steht im Einklang mit dem Charakter Gottes, wie er sich in Christus offenbart hat.

Dieses Verständnis von der Geschichte über Abraham und Isaak ist von entscheidender Bedeutung für das Verständnis der Bedeutung des Kreuzes. Abraham opferte seinen Sohn in dem falschen Verständnis der Feindschaft, die tief in ihm selbst verborgen war. Die Opferung von Gottes Sohn am Kreuz geschah nur wegen des falschen Verständnisses der in den Seelen der Männer und Frauen wohnenden Feindschaft. Das Kreuz ist der ultimative Dienst des Todes, wenn wir in den Spiegel des natürlichen Menschen schauen. Wenn wir in den Spiegel des Neuen Bundes schauen, sehen wir die unfassbare Liebe des Vaters, der bereit war, Seinen Sohn für unsere Vorstellung von Opfer und Versöhnung hinzugeben.

Abraham dachte, dass Gott die Opferung von Isaak wollte. Diejenigen, die an die Bibel glauben, denken auch, dass das Kreuz, an dem Jesus starb, das war, was Gott wollte. Beides sind falsche Annahmen, die dem menschlichen Denken entspringen.

Abraham wurde durch die Bereitschaft, seinen Sohn zu opfern, im Glauben gestärkt und war in der Lage, näher mit Gott zu wandeln. In ähnlicher Weise wird die Bereitschaft, den Tod Jesu in dem Glauben anzunehmen, dass Gott dies verlangte, um der Gerechtigkeit Genüge zu tun, den Glauben Seiner Nachfolger stärken und sie in eine engere Beziehung mit Gott bringen. Aber Beides entspricht nicht dem, was Gott denkt und will. Das liegt einfach daran, dass Gottes Gedanken nicht unsere Gedanken sind.

Wenn wir die Werkzeuge aus unserem Werkzeugkasten anwenden, wird die Decke über dieser Geschichte gelüftet und wir sehen eine wunderschöne  Offenbarung des Charakters unseres Vaters. Außerdem erkennen wir noch deutlicher die Tiefe der menschlichen Verderbtheit, weil wir denken, dass unser lieber Vater Blut und Tod für die Sünde verlangt. Das ist eine grausame Anschuldigung gegen Ihn und bewirkt, dass die Finsternis, die die menschlichen Herzen umgibt, hartnäckig bestehen bleibt.

Während wir nun vom Berg Morija herabsteigen, bete ich, dass dies mit tiefer Dankbarkeit und Freude in unseren Herzen geschieht. Unser Vater wollte nicht, dass Abraham seinen Sohn tötet, sondern Er wollte Abraham davon befreien, solche Dinge zu glauben, um Abraham näher an Seine Brust zu ziehen.

Ich finde es sehr bemerkenswert, dass nach dieser Geschichte nicht mehr erwähnt wird, dass Abraham Opfer darbrachte. Das heißt nicht, dass er es nicht mehr tat, aber die Schrift ist unter Inspiration so geschrieben, dass sie uns die Botschaft vermittelt, dass durch die Darbringung seines Sohnes Gott es erreichen konnte, dass Opfer und Gaben aufhören (Daniel 9,27).

Wenn wir verstehen, wie Gott die verborgenen Dinge in unseren Herzen durch den Dienst des Todes ans Licht bringt, damit wir zu einer tieferen Erkenntnis unseres Vaters kommen, dann können wir dies leicht auf das Prinzip der Beschneidung anwenden, welches das Thema im nächsten Kapitel sein wird.

Zum Abschluss dieses Kapitels wollen wir noch einmal zusammenfassen, welche Werkzeuge wir verwendet haben und wie sie sich auf diese Geschichte anwenden lassen.

 

Werkzeuge

Anwendung

1. Familie

Abraham erzählte seiner Frau nichts von dem, was er glaubte tun zu müssen. Ein Familienmitglied zu töten verstößt gegen die Prinzipien von Zuneigung, Freundlichkeit und Fürsorge. Vor allem aber stellt es den Begriff „Vater“ in Bezug auf Gott selbst in Frage.

2. Evangelium Charakter

Jesus hat während Seines Erdenlebens nie jemanden als Opfer dargebracht.

3. Feindschaft

Abrahams Interpretation von Gottes Gebot offenbarte die verborgene Feindschaft in Abraham, die glaubt, dass Gott ein Opfer für die Sünde verlangt.

4. Zwei Spiegel

Das Gebot Gottes kann auf zweierlei Weise verstanden werden. Wenn wir sehen, dass Gott Abraham befiehlt zu opfern, schauen wir in den Spiegel, der uns zeigt, was wir über Gott denken, was aber eigentlich ein Spiegelbild dessen ist, wie wir sind. Wenn wir wissen, dass Gott wie Jesus ist, können wir erkennen, dass Gott Abraham gebot, seinen kostbaren Sohn zu nehmen und mit ihm in den Bergen Gott anzubeten. Dies ist der Spiegel des neuen Bundes und offenbart den Charakter Gottes.

5. Erde Fluch

Nicht anwendbar auf diese Geschichte

6. Schutz der Engel

Nicht anwendbar auf diese Geschichte

7. Projektion

Abrahams Interpretation von Gottes Gebot offenbarte die verborgene Feindschaft in Abraham, die er durch sein falsches Verständnis der Worte Gottes auf Gott projizierte.

8. Zwei Bündnisse

Gott wirkte durch Abrahams falsches Verständnis und brachte Abrahams Feindschaft zum Vorschein, doch durch diesen Prozess wurde Abrahams Glaube gestärkt. Als Gott Abraham davon abhielt, seinen Sohn zu opfern, hatte Abraham Zeit, darüber nachzudenken, dass Gott keine Opfer und Gaben verlangt.

9. Wahres Kreuz

Die Geschichte von Abraham und Isaak ist ein Modell dafür, wie wir das Kreuz verstehen. Ungeachtet der Tatsache, dass Abraham nichts von seiner inneren Feindschaft wusste, die ein Opfer verlangte, trug Christus Abraham und seine falschen Vorstellungen sein ganzes Leben lang und ertrug sie, auch wenn sie den Grundsätzen des Himmels völlig widersprachen.

 

 

 

Wir werden die weiteren Kapitel dieses Buches nach und nach veröffentlichen, sobald sie fertig übersetzt sind.

Das englische Original: Mirror Principle

Anmerkung: 

Der Autor Adrian Ebens hat in seinem neuen Buch „Das Spiegelprinzip“ (Mirror Principle) vorwiegend die englische Bibelübersetzung „New Living Translation (NLT)“ benutzt. Um dem in unserer deutschen Übersetzung zu entsprechen, haben wir vorwiegend aus den deutschen Bibelübersetzungen „Hoffnung für Alle“ und aus der „Gute Nachricht Bibel 2018“ zitiert, und auch einige andere Bibelübersetzungen benutzt. Die jeweils benutzte Version ist immer hinter der Bibelvers-Angabe angeführt.

Abkürzungen:

HFA – Hoffnung für Alle

GN – Gute Nachricht Bibel 2018)

Schlachter – Schlachter 2000